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Selbstgemachte Weißwürste - ganz einfach

April 13th, 2008

Im August wird mein Blog 2 Jahre alt, und in all der Zeit habe ich erst ein mageres Rezept veröffentlicht. Das ist keine stolze Bilanz. Rezepte schreiben, Essen fotografieren und das Ganze bevorzugt in Englisch ist zeitaufwändig - und wer weiß schon, was “Kalbsbrät” auf Englisch heißt…

Um dem Ganzen etwas mehr Schwung zu geben, gibt’s zumindest die Rezepte erstmal auf Deutsch. Mein Beitrag, um die bayerische Tradition in die Welt zu tragen: selbstgemachte Weißwürste. Ohne Därme und spezielles Equipment, alle Zutaten gibt’s vom Metzger und im Supermarkt. Arbeitszeit: etwa 30 Minuten, hauptsächlich schnibbeln. Und weil statt Darm eine Alufolie verwendet wird, erübrigt sich auch die nervige Frage des Mit-oder-ohne-Pelle-Essens.

Zutaten für 4-5 Stück:

  • 250 g Kalbsbrät (muss man evtl beim Metzger vorbestellen)
  • 20 g Schweineschwarte
  • 80 g Rückenspeck vom Schwein
  • 1 Zweig Petersilie
  • 1/2 Schalotte
  • 3 Eiswürfel
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Piment oder einen Hauch Chilipulver…)


(von links nach rechts: Schalotte/Petersilie, Schweinefett, Eisschnee, Schweineschwarte und in der Mitte das Kalbsbrät)

Die Schweineschwarte wird ca. 45 min gekocht, damit sie schön weich wird. Den Speck auch für ca 20 min mitkochen.

Beides abtrocknen und fein hacken. Die Petersilie und die Schalotte ebenfalls fein hacken. Wer die Schalotte nicht roh mag, kann sie natürlich andünsten. Das verlängert auch die Haltberkeit, denn rohe Zwiebeln sind schnell verderblich. Die Eiswürfel zu Eisschnee zertrümmern (am besten in ein Geschirrtuch oder eine kleine Gefriertüte geben und ein paar mal mit einer Pfanne ordentlich draufhauen). Der Eisschnee ist optional, aber er lockert die Wurst auf und sie wird etwas zarter.

Alle Zutaten vermischen - jetzt sollte man etwas zügig arbeiten, damit der Eisschnee nicht schmilzt. Danach in Alufolie einpacken und “Bonbons” formen.


(Die Weißwurst-Bonbons - fertig zum Sieden)

Jetzt die Würste ca. 20 min sieden. Wer sie gleich essen will, lässt sie einfach nochmal 10 min im heißen Wasser. Guten Appetit!


(So schaut’s aus! Des nächste Mal moch ma no an Weißwurschtsenf!)

chris Cooking

  1. michael
    August 14th, 2008 at 11:06 | #1

    wow -kann man auch irgendwelche tricks anstellen und sie ohne schwein (saudi arabien) herstellen. hier ist kein schweinefleisch erhaeltlich.
    mf

  2. August 14th, 2008 at 11:34 | #2

    hm - gute Frage, ich bin kein Metzger. Ich weiss dass es in Israel u. arabischen Ländern Speck auch z.B. vom Truthahn gibt; das ist zwar eher ein Frühstücksschinken/Bacon, aber vielleicht lässt sich das anstelle des Schweinespecks nehmen (ich weiss nicht ob es von Rindern auch Rückenfett gibt).

    Und die Schweineschwarte soll eigentlich nur etwas “Biss” geben, die gibt ja keinen Geschmack. Vielleicht durch Schwarte/Haut von ner Entenbrust ersetzen?

    Das schmeckt sicher dann ein bisschen anders, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt :) (und nur weil’s anders schmeckt muss es nicht schlechter schmecken… Alfons Schubeck macht Weisswürste mit Champagner, Trüffel und Chili…)

  1. April 16th, 2008 at 10:28 | #1